
Nun, mit großer Mühe hat die europäische Währung begonnen, sich zu erholen. Noch vor wenigen Wochen war lediglich von einer maximal dreiwelligen Korrektur auszugehen, doch dann entschied Donald Trump, dass die „Iran-Frage“ einer sofortigen Lösung bedürfe und dass Teheran Amerika jeden Tag angreifen könne. Daher sei es dringend notwendig, eine militärische Operation zu beginnen, die nun bereits seit drei Wochen andauert. Infolgedessen ist die europäische Währung bis in den Bereich der 14er-Marke gefallen, und nun kann sie im besten Fall auf eine Korrektur hoffen.
Formal hat das EUR/USD-Instrument bereits eine dreiwellige Korrektur abgeschlossen, wie in den Charts zu sehen ist. Daher kann der Rückgang des Instruments schon sehr bald wieder aufgenommen werden. Zweifellos wirkt die aktuelle Korrektur äußerst schwach und wenig überzeugend, doch man darf den Nachrichtenhintergrund nicht außer Acht lassen. Insbesondere die Geopolitik sorgt nahezu täglich, wenn nicht jeden Tag, dann doch jeden zweiten Tag, für eine steigende Nachfrage nach der amerikanischen Währung. Daher könnte das Wellenbild eine deutlich überzeugendere Aufwärtsstruktur erfordern, doch weder Amerika noch Iran werden sich darum kümmern. Bereits am Montag könnte Trump erneut einen Schlag gegen Iran führen (diesmal gegen den Energiesektor) und damit eine neue Eskalationsrunde im Nahen Osten auslösen. Unter solchen Umständen wäre eine Stärkung des Dollars das logischste Szenario.
Nächste Woche werden im Euroraum die Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht, und EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird eine Rede halten. Lagarde hat zuletzt am Donnerstag nach der Sitzung gesprochen, daher ist es eher unwahrscheinlich, dass wir neue Aussagen von ihr erwarten sollten. Meiner Meinung nach hat die EZB alles getan, was sie für die europäische Währung tun konnte. Sie hat de facto eine Zinserhöhung für April in Aussicht gestellt, falls sich die Lage im Nahen Osten so entwickelt wie bisher. Gleichzeitig verharrt die Fed seit Langem in einer abwartenden Haltung und denkt derzeit nicht über Zinserhöhungen nach. Wenn dieser Nachrichtenhintergrund nicht ausreicht, um den Euro nach oben zu treiben, bleibt uns nur, auf eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten zu warten ...
Wellenbild für EUR/USD:
Auf Basis der EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem Aufwärtssegment des Trends befindet (unteres Bild), kurzfristig jedoch mit der Ausbildung eines Abwärtssegments begonnen hat. Da die fünfwellige Impulsstruktur abgeschlossen ist, können meine Leser in den nächsten ein bis zwei Wochen mit einem Anstieg der Notierungen mit Zielen im Bereich der Marken 1,1568 und 1,1666 rechnen, die 23,6 % bzw. 38,2 % der Fibonacci entsprechen. Die weiteren Bewegungen des Instruments hängen vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten ab.
Wellenbild für GBP/USD:
Das Wellenbild für das GBP/USD-Instrument ist sehr komplex und schwer zu lesen geworden. Derzeit sehen wir in den Charts eine siebenwellige Abwärtsstruktur, die zweifellos nicht das ist, was sie zu sein scheint. Höchstwahrscheinlich gibt es eine Verlängerung oder eine Ausdehnung innerhalb einer der Wellen. Dies macht das Wellenbild jedoch nicht klarer. Wenn das Wellenbild einmal so weit verkompliziert wurde, dass es praktisch unlesbar ist, kann es sich noch mehrfach weiter verkomplizieren. Daher halte ich es für das Beste, sich auf das Wellenbild des EUR/USD-Instruments zu stützen, das deutlich übersichtlicher aussieht. Außerdem sollte man den geopolitischen Faktor nicht vergessen, der jederzeit beide Instrumente in einen neuen Rückgang schicken kann. Sollte dies nicht eintreten, können Euro und Pfund im Rahmen der Korrektur mit einem Anstieg rechnen.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer nachzuvollziehen und unterliegen häufig Veränderungen.
- Wenn keine Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es kann niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Vergessen Sie nicht die schützenden Stop-Loss-Orders.
- Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.


