Währenddessen gewinnt der US-Dollar wieder an Stärke; gestern stellte sich der Chef der Boston Fed quer und schloss sich den Reihen der restriktiveren Notenbanker an.

Es wird zunehmend deutlich, dass sich innerhalb des Federal Reserve Systems eine Spaltung vertieft. Die Präsidentin der Boston Fed, Susan Collins, stellte sich offen hinter jene Kollegen, die in der vergangenen Woche ihre Ablehnung gegenüber der FOMC-Erklärung zum Ausdruck brachten, die implizierte, dass der nächste Schritt der Notenbank Zinssenkungen wären.
Sie sagte, man solle nicht so tun, als wisse man genau, wohin der Weg führe, fügte hinzu, dass sie die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, voll unterstütze, die Erklärung aber anders formuliert hätte, und betonte, dass sie nicht so eng an die Annahme geknüpft sein sollte, der nächste Schritt werde eine Zinssenkung sein.
Collins bevorzugt einen restriktiveren Ansatz für den künftigen geldpolitischen Pfad. Ihrer Ansicht nach verschiebt der Energieschock infolge des Konflikts im Nahen Osten den Zeitpunkt, an dem das Inflationsziel von 2 % erreicht wird. Sie sagte, die Zinsen würden wahrscheinlich für längere Zeit unverändert bleiben, doch müsse die Fed gegebenenfalls auch erneute Anhebungen in Betracht ziehen.
Wie oben erwähnt, schloss sich Collins drei weiteren Präsidenten regionaler Feds an, die bei der Sitzung am 29. April formell ihren Dissens gegenüber der Ausrichtung auf Lockerung zum Ausdruck brachten. Dabei handelt es sich um Lori Logan (Dallas Fed), Beth Hammack (Cleveland Fed) und Neel Kashkari (Minneapolis Fed). Hammack sagte in einem Interview am Donnerstag, die FOMC-Erklärung sei vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage etwas irreführend.
Collins hat in diesem Jahr kein Stimmrecht im FOMC, doch ihr öffentlicher Standpunkt ist ein Symptom für einen breiteren Wandel. Eine wachsende Zahl von Verantwortlichen möchte, dass die Fed klarstellt, dass der nächste Schritt sowohl eine Senkung als auch eine Anhebung sein könnte.
Diese internen Dynamiken stellen Kevin Warsh vor erhebliche Herausforderungen – Präsident Trumps Kandidaten für den Vorsitz der Fed. Er muss in den kommenden Wochen vom Senat bestätigt werden, und die erste Sitzung unter seinem Vorsitz ist für den 16.–17. Juni angesetzt. Allerdings ist offensichtlich, dass er eine Fed übernehmen wird, die klar nicht auf kurzfristige Zinssenkungen eingestellt ist.
Die Inflation bleibt das Hauptproblem der Fed: 3,5 % gegenüber dem Ziel von 2 %, und der Energieschock wird die Lage nur weiter verschärfen.
Technisches Bild, EUR/USD
Mit Blick auf das aktuelle technische Bild für EUR/USD sollten Käufer nun überlegen, wie sie das Niveau von 1,1755 überwinden können. Nur dann wird ein Test von 1,1795 möglich. Von dort aus wäre eine Bewegung in Richtung 1,1825 denkbar, doch ohne Unterstützung durch die großen Marktteilnehmer dürfte dies eher schwierig werden. Das am weitesten entfernte Ziel ist das Hoch bei 1,1850. Kommt es nur zu einem Rückgang in den Bereich von etwa 1,1725, rechne ich mit deutlichen Käufen großer Marktteilnehmer. Sollten diese ausbleiben, wäre es ratsam, auf eine Erneuerung des Tiefs bei 1,1700 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1675 zu eröffnen.
Technisches Bild, GBP/USD
Was das aktuelle technische Bild für GBP/USD betrifft, müssen Pfund-Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3600 überwinden. Nur dann wird das Ziel bei 1,3655 erreichbar, wobei ein Ausbruch darüber hinaus recht schwierig sein dürfte. Das am weitesten entfernte Ziel liegt im Bereich von 1,3685. Kommt es zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, bei 1,3570 die Kontrolle zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Spanne die Position der Bullen deutlich schwächen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3520 drücken, mit der Aussicht auf einen Test von 1,3500.
