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FX.co ★ Der Dollar zieht die Fäden des Spiels

Der Dollar zieht die Fäden des Spiels

Die restriktiver als erwartet ausgefallene Überraschung der Federal Reserve hat zu strafferen finanziellen Rahmenbedingungen und einer Verschlechterung der weltweiten Risikobereitschaft geführt. In der Folge sind die EUR/USD‑Notierungen auf Jahrestiefs eingebrochen. Nach Einschätzung von Credit Agricole steht dies im Einklang mit der „Dollar‑Smile‑Theory“. Aufgrund der nachlassenden Risikoneigung und der höheren Zinsen in den USA fließt Kapital dorthin. Das führt zu einer Rally der US‑Währung.

Es gibt immer eine Abwägung zwischen Konjunktur und Inflation. Zentralbanken geben in der Regel der Preisstabilität den Vorrang. Wäre es anders, hätte die Europäische Zentralbank im Juni den Einlagensatz nicht angehoben, sondern ihre Sorge über eine Wachstumsverlangsamung des BIP infolge steigender Energiepreise im Zuge des Konflikts im Nahen Osten zum Ausdruck gebracht. Der Rückgang des Brent‑Preises nach der Beilegung der US‑iranischen Konfrontation ist ein Gewinn für die Wirtschaft der Eurozone. Gleichzeitig sinken jedoch auch die Chancen, dass die EZB ihren geldpolitischen Straffungszyklus fortsetzt. Das wird zu einem Auslöser für den Rückgang von EUR/USD.

Preisdynamik von Öl

Der Dollar zieht die Fäden des Spiels

Oxford Economics hat erklärt, dass es nicht mehr mit einem Anstieg des Einlagensatzes rechnet, da das Abkommen zwischen Washington und Teheran, gefolgt von einem Rückgang der Ölpreise, die Phase hoher Preise sehr kurz halten wird. Dies wird zu einer „hawkish pause“ seitens der EZB führen. Capital Economics verfolgt einen „one and done“-Ansatz, was das Ende des Straffungszyklus nach seinem Beginn im Juni bedeutet. Nomura und RBC Capital Markets haben die Zahl der Zinserhöhungen, die sie von der EZB erwarten, nach unten korrigiert.

All dies steht im Kontrast zur Position der Federal Reserve. Der Terminmarkt rechnet mit einer Anhebung des Leitzinses und signalisiert eine hohe Wahrscheinlichkeit eines zweiten Aktes der geldpolitischen Straffung im Jahr 2026. Dies führt zu einer Ausweitung der Renditespreads zwischen amerikanischen und deutschen Staatsanleihen und schafft einen Rückenwind für den anhaltenden Rückgang von EUR/USD.

Der Rückgang der Ölpreise wirkt sich ebenfalls positiv auf die US-Wirtschaft aus und bremst theoretisch die Inflation. Die Vereinigten Staaten verfügen jedoch über einen Wachstumstreiber, der anderen Ländern fehlt. Gemeint ist der Bau von Rechenzentren für Technologien der künstlichen Intelligenz. Diese Zentren erhalten kolossale Investitionen, und die Preise für Komponenten spielen dabei keine Rolle. Infolgedessen steigen die Kosten für verschiedene Güter, was den Verbraucherpreisindex (CPI) antreibt.

Der Dollar zieht die Fäden des Spiels

In Zukunft wird KI die Produktivität steigern und damit das Wirtschaftswachstum beschleunigen, ohne dass die Inflation im gleichen Maße anzieht. Wie die Geschichte jedoch zeigt, neigen die Preise in der Anfangsphase der Nutzung neuer Technologien dazu, sich zu beschleunigen.

So erwarten die Märkte eine Verlangsamung der Inflation in Europa aufgrund fallender Ölpreise. Ob die Verbraucherpreise in den USA von ihren Mai-Hochs zurückgehen werden, ist weiterhin unklar. Dies schafft die Grundlage für eine Divergenz in der Geldpolitik und schwächt den Euro.

Aus technischer Sicht zeigt das Tageschart von EUR/USD die Ausbildung einer Inside-Bar. Ein Ausbruch unter ihr Tief bei 1,1335 würde es ermöglichen, die Short-Positionen auszubauen, die ab 1,1415 aufgebaut wurden. Umgekehrt wäre ein erfolgreicher Test des Hochs bei 1,1375 ein Anlass, in Long-Positionen zu wechseln.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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